Eintracht: Eine „Begegungsstätte“ für St. Mauritz

Münstersche Zeitung, Marc Geschonke am 28.01.2009

ST. MAURITZ. 7000 Euro hat die Bezirksvertretung Ost der münsterschen
Eintracht im November zur Verfügung gestellt – doch von dem Geld ist
bereits nichts mehr übrig. Ein Glück! So bekommt ein ganzer Ortsteil
schon jetzt die Möglichkeit, sich in heimischen Gefilden zu „begegnen“.
Der Sportverein stellt sein Zentrum für Veranstaltungen und
Gemeinschaften zur Verfügung.

 


Vor ziemlich genau vier Monaten feierte der Verein die Eröffnung des
neuen Vereinsheims am Pleistermühlenweg – ein Bau mit Weitblick und
einer, der für 350 000 Euro zugleich eine deutliche Investition in die
Zukunft des gesamten Stadtteils darstellt.

„Früher“, so erzählt Geschäftsführer Friedel Bleckmann, „war das
Viertel überaltert, jetzt sind viele junge Familien hier. Echte
Räumlichkeiten für Begegnungen gab es bislang aber nicht.“

Das wird sich spätestens ab Ostern wohl grundlegend ändern. Denn der
schmucke Neubau will dann nicht nur Vereinsheim, sondern „Haus der
Jugend“ und „Familien-Begegnungsstätte“ zugleich sein. Noch wird an
Konzepten gestrickt, hier und da schleichen sich Begriffe wie
„Schach-AG“, „Mutter-Kind-Treffen“, „Doppelkopf-Turniere“, „Filmabende
für Senioren“ und „Versammlungen“ in die Ausführungen von Bleckmann.
Sie sind wohl nur ein Ausschnitt aus dem, was den Stadtteil künftig an
neuen Angeboten erwarten mag.

Guter Probelauf

Ein erster Probelauf, da wurden Kinder des Ortes zum Filmnachmittag
eingeladen, verlief vielversprechend. 15 junge Menschen, nicht einmal
alles Vereinsmitglieder, kamen da schon zum Pleistermühlenweg – und
waren offensichtlich begeistert. Solche Nachmittage könnten nach dem
Willen von Organisator Bleckmann durchaus zur regelmäßigen Einrichtung
werden. Überhaupt will man die Jugend des Stadtteils sehr viel stärker
bedienen und zugleich auch bündeln.

Bündeln und binden

Da ist es nur allzu verständlich, dass sich die Eintracht so auch
Nachschub für die eigene Fußball-Jugend erhofft. Eine direkte
Verbindung von Begegnungs-Angebot und Mitgliedschaft wird es nicht
geben. „Wenn dann jemand bei uns im Meisterschaftsbetrieb spielen
möchte – um so schöner!“, erklärt Eintrachtler Manfred Wehning.

Die Chancen stehen zumindest gut, dass man über ein breites Angebot
auch neue Jugendliche für den Fußball begeistern kann – im nächsten
Umkreis gibt es keine Konkurrenz, irgendwann kommen dann die 08er,
vielleicht noch Germania. Wehning: „Wir haben schon vor zehn Jahren
darauf gewartet, dass der Tennisboom abebbt – in unserem Viertel wurde
fast nur Tennis gespielt, Fußball war für die Eltern eher primitiv. Das
hat sich geändert.“

Vom elitären Einzeltum zur Gemeinschaft: Die Voraussetzungen bei der
Eintracht (Nomen est Omen) sind gegeben. Die Boule-Abteilung des
Vereins hat schon reichlich Gebrauch von den neuen Räumlichkeiten
gemacht – getestet und für sehr gut befunden. Es ist wahrscheinlich,
dass St. Mauritz damit seinen ersten Boule-Stammtisch bekommt. Weitere
dürfen und können gerne folgen. Schließlich hat die BV Ost mit ihren
7000 Euro einen Großteil der Innenausstattung finanziert. Auch das ist
Politik, die beim Bürger ankommt.