Was zählt, ist auf’m Platz

ST. MAURITZ. 25 Jahre lang hat die Eintracht Münster von einem
Rasenplatz geträumt, da können die Mitglieder des Ost-Vereins jetzt
auch noch acht weitere Monate warten. Spätestens im Sommer 2010 ist der
große Traum vom Grün realisiert.

rasenplatz

 

Auf einem früheren Maisfeld, das die Stadt Münster dem Verein vor
einiger Zeit zur Verfügung gestellt hatte, wächst und gedeiht in diesen
Tagen ein frisch gesäter Sportrasen. Der muss vor seinem Winterschlaf
zwar noch einmal gemäht werden, wird ansonsten aber in Ruhe gelassen.
Und das ist schon schwer genug. Denn die genutzte, rund 150 Meter
lange, Fläche im Landschaftsschutzgebiet an der Pleistermühle darf
nicht eingezäunt werden. Ein paar Büsche hier, ein paar Bäume dort –
das muss zum Schutze des zarten Grüns genügen.


 

 

Eigenleistung

Der natürliche Feind eines frischen Rasens ist nun einmal der
Fußballer, schlimmer noch: mehrere kleine Fußballer. Die Minis des
Vereins werden deshalb erst zur neuen Saison auf den Platz gelassen.
Und dann auch nur auf den „kleinen“. Zum Antesten. Sollte der Rasen
diese Strapazen überleben, folgen die A-Jugend und auch die Senioren,
dann aber auf ihrem großen Platz. Die guten Seelen des Vereins haben
sich dies einiges kosten lassen. Nicht monetär zwar, aber durchaus
physisch. Denn das Projekt Rasenplatz konnte nur durch einen erhöhten
Kraftaufwand ermöglicht werden.

Die Kosten in Höhe von 45 000 Euro teilen sich somit die
Bezirksvertretung und das Sportamt, der Verein steuert sein Drittel
eben über die Eigenleistung bei: Umpflügen, Entmüllen und Graben
beispielsweise. Dennoch wird der Verein 2010 Schulden machen müssen.
Denn die Vereinsschatulle gibt keine neuen Tore für die beiden Plätze
her. Und die sind nun einmal für ein ordentliches Fußballspiel
unvermeidlich.

Dass sich eine Kreditaufnahme aber durchaus lohnt, zeigen bereits die
letzten sechs Wochen: Wegen des neuen Sportrasens haben sich gleich 15
Kinder im Verein angemeldet. „Es boomt bei uns“, sagt
Eintracht-Geschäftsführer Friedel Bleckmann, der sich gestern auch über
einen Rasenmähertrecker von der Stadt freuen durfte. Denn für die
Pflege des so lang gehegten Traums ist der Verein ab sofort selbst
verantwortlich.

(c) Marc Geschonke, Münstersche Zeitung, 02.10.2009